Mrz 6, 2009
Die Corporate Identity der Zukunft?!
Diese Grafik, war nicht einfach nur irgendwie rumgesponnen, in meinem Kopf gärt es momentan in die Richtung, inwieweit eine kontrollierte Corporate Identity möglich bzw. überhaupt noch sinnvoll ist im Zuge einer rasant voranschreitenden digitalen Vernetzung von Kommunikation. Folgende nachdenkenswerte Fragen stelle ich mir und euch:
Wir verbringen in der Regel massig Zeit bei der Arbeit. Wir kommunizieren im Netz während der Arbeitszeit. Die Kommunikation ist auf verschiedenen Wegen sichtbar.
1. Kann und sollte man diese Kommunikation als Unternehmen kontrollieren?
2. Wenn man sich dazu entschließt zu kontrollieren, wie wäre die Auswirkung sowohl bei Mitarbeitern (innerhalb des Systems) als auch in der öffentlichen Wahrnehmung (außerhalb des Systems) wahrnehmbar?
3. Kann man als Unternehmen Kommunikation über das eigene Unternehmen außerhalb der Arbeitszeiten kontrollieren?
4. Welche Art der Kommunikation wirkt nach außen hin glaubwürdiger? Eine Kommunikation nach CI-Manual durch einen externen Dienstleister oder eine Kommunikation direkt aus dem Unternehmen heraus ohne Vorgaben der Unternehmensführung?
5. Wie überzeugend wirkt Kommunikation, wenn der Sender selbst nicht davon zu 100% überzeugt ist?
6. Was ist die Aufgabe einer PR-Agentur in Bezug auf Unternehmenskommunikation?
7. Was ist die Aufgabe einer Werbeagentur in Bezug auf Unternehmenskommunikation?
8. Was ist die Aufgabe eines Mitarbeiters in Bezug auf Unternehmenskommunikation?
Wie gesagt, es gärt gerade und ich würde mich über euren Input freuen. Demnächst mehr dazu …





Hi,
ein Kumpel arbeitet bei Daimler. Die kommen da einfach nicht ins Internet, das ist geblockt.
So erreicht Daimler mehrere Sachen:
- alle arbeiten, ohne abgelenkt zu werden (sprich: wirksames Mittel gg. Prokrastination)
- die Corporate Identity ist nicht in Gefahr durch die von Dir beschriebenen Phänomene
- wahrscheinlich ist die Flatrate billiger?
Cheers,
Gregor vom Denkpass
So erreicht Daimler mehrere Sachen:
- Die Mitarbeiter reden in Ihrer Freizeit im Netz und ggf. auch über die Blockade des Netzes im eigenen Unternehmen.
- Ablenkung geschieht dann durch andere Dinge (oder meinst du ernsthaft, dass man sich nur durch das Internet ablenken lässt)
- Die Corporate Identity bleibt im “worst case” eine unbelebte durchgestylte Hülle ohne Inhalt.
Wie bloggen die dann eigentlich?
…ein Kumpel arbeitet bei der Post, die versenden Briefe
@Phaedrus: Mach Sachen!
[...] & Brown: Corporate Identity der Zukunft? ▶ Comment /* 0) { jQuery(’#comments’).show(”, change_location()); [...]
Dann mal der Versuch einer spontanen Antwort:
1. Kann und sollte man diese Kommunikation als Unternehmen kontrollieren?
Ob man sie kontrollieren kann, kann ich nicht sagen. Aber steuern kann man sie. Gewissermaßen wie ein Schiff. In schwieriger See kann man das auch nicht zu jeder Zeit in jeder Art und Weise kontrollieren. Aber man kann es beeinflussen. Und würde sich nie das Steuer aus der Hand nehmen lassen.
2. Wenn man sich dazu entschließt zu kontrollieren, wie wäre die Auswirkung sowohl bei Mitarbeitern (innerhalb des Systems) als auch in der öffentlichen Wahrnehmung (außerhalb des Systems) wahrnehmbar?
Definier mal, was Du unter Kontrolle verstehst.
3. Kann man als Unternehmen Kommunikation über das eigene Unternehmen außerhalb der Arbeitszeiten kontrollieren?
Ich glaube, es findet bereits eine Menge Kontrolle statt. Mercedes Bunz hat gestern im Telekom Trendforum (Disclosure) auf der CeBIT gesagt, dass der Mensch durcg das Internet von der Vielheit zur Einheit wird. Weil die privaten Freunde bei Xing sehen, was ich beruflich treibe und mit Facebook die Jobkontakte mein Privatleben kennen. Wenn mein Chef mein Facebook-Kontakt wird, dann kontrolliert er mich ohne irgendwas zu machen.
4. Welche Art der Kommunikation wirkt nach außen hin glaubwürdiger? Eine Kommunikation nach CI-Manual durch einen externen Dienstleister oder eine Kommunikation direkt aus dem Unternehmen heraus ohne Vorgaben der Unternehmensführung?
Na ja, als Kunde will ich mich schon auf die Identität des Unternehmens verlassen können. Mir ist es egal, wer bei der Lufthansa das Boarding übernimmt. Ich erwarte immer die gleiche - oder zumindest gleich gute - Behandlung.
5. Wie überzeugend wirkt Kommunikation, wenn der Sender selbst nicht davon zu 100% überzeugt ist?
Hier die Übereinstimmung zu finden, ist die Herausforderung der Personalführung. Erst die richtigen auswählen, dann richtig motivieren.
6. Was ist die Aufgabe einer PR-Agentur in Bezug auf Unternehmenskommunikation?
Wenn man das Schiff-Beispiel aus Frage 1 aufnimmt, ist die PR-Agentur der Lotse.
7. Was ist die Aufgabe einer Werbeagentur in Bezug auf Unternehmenskommunikation?
Öhm, die Kapelle beim Captain’s Dinner?
8. Was ist die Aufgabe eines Mitarbeiters in Bezug auf Unternehmenskommunikation?
Er sollte im Arbeitsalltag die Unternehmenskultur leben, dann passt’s schon.
Denkanstöße:
Zu 1.: Auf gar keinen Fall.
Zu 2.: Kurzfristig vermutlich nicht, langfristig ist dies aber unvermeidbar.
Zu 3.: Nein.
Zu 4.: Zweiteres.
Zu 5.: Siehe 2.
Zu 6.: ME nach allen Parteien aufzuzeigen was Kommunikation ist, wie sie von wem aufgenommen und im schlechtesten Fall wie interpretiert werden kann.
Zu 7.: Sich aus Dingen heraushalten von denen sie nichts versteht. Z.B. Unternehmenskommunikation.
Zu 8.: Sich darüber im klaren sein wie er und das Unternehmen für das er tätig ist zueinander stehen, was sie füreinander bedeuten und in welcher Form, Art und Weise der gegenseitige Umgang die Karriere beider beeinflussen wird.
Alles eine Frage der Kommunikation
Danke für euren Input! Weiteres folgt …